Die Historie der Antriebskette

Die Entwicklung der Kette im historischen Rückblick Becherwerk von Marcus Vitruvius Pollio
Aus den Überlieferungen und vorhandenen Dokumenten geht hervor, dass bereits im Jahre 16 vor Christus der Römer Marcus Vitruvius Pollio eine Gelenkkette erfunden hat. Sie diente dazu, mit Hilfe von Bronzeeimern Wasser aus einem niedrig gelegenen Reservoir in höher gelegene Behälter bzw. Leitungen zu fördern. Dieses Becherwerk besaß nur ein Antriebskettenrad aber kein Umlenkrad und wurde über ein Tretrad angetrieben. Noch heute können Besucher die hohe Ingenieurkunst des frühgeschichtlichen Roms in Form der erhalten gebliebenen Wasserleitungen und Viadukte besichtigen.Zu dieser „Wasserbaukunst“ gehörte auch die Erfindung des Schöpfwerkes mittels Gelenkkette von Marcus Vitruvius Pollio.

Buonito Lorini – Erfinder der Scharnierbandkette
Bereits im Jahre 1545 entwickelte der Italiener Buonito Lorini die Scharnierbandketten. Sie dienten dem Transport von Schüttgütern und festen Produkten.


Flyer- und Blockkettenskizzen von Leonardo da Vinci

Neben den vielen Zeichnungen und Entwürfen, die Leonardo da Vinci schuf, gehörten auch Skizzen über Flyer- bzw, Blockketten (1452- 1512). Offensichtlich waren diese Entwürfe ihrer Zeit soweit voraus, dass sie keine praktische Anwendung fanden. Erste Anwendungen schuf im Jahre 1829 der Franzose Andre`Galle, der Erfinder der nach ihm benannten „Gall-Kette“.

 

Georgius Agricol Georgius Agricola (1490 - 1555)
entwickelte Laschenketten für die Entwässerung eines Bergwerkes. Eine Umlenkung über Räder erfolgte bei dieser Kettenkonstruktion nicht. Im Prinzip entspricht diese Ausführung einer Gliederstange. Der Antrieb erfolg­te über eine Handkurbel mit Exzenter. Sie bewirkte die Auf- und Abwärtsbewegung. Die hier gewählte Konstruktion ermöglichte ein Auswechseln einzelner Verschleißteile. Die senkrechte Bewegung der Kolbenstangen erfolgte über ein Hebelsystem. Aufgrund der physikalisch begrenzten Förderhöhe einer einzelnen Pumpe war eine Hintereinanderschaltung von mehreren Pumpen erforderlich, um die erfor­derliche Gesamtförderhöhe zu erreichen.


Andre Galle - Gründer der modernen Kettentechnik
Der Franzose Andre Galle bekam im Jahre 1829 ein Patent auf die von ihm und nach ihm benannte "Gallkette': Die zu dieser Zeit eingeleitete Industrialisierung, erheblich gefördert durch die Erfindung der Dampfmaschine, verschaffte auch der gesamten Kettenentwicklung einen enormen Aufschwung. Auf der Basis der "Gallkette" wurden nun viele Kettenarten wie Rollen-, Buchsen- und Flyerketten hergestellt. Ferner entstanden Kratzerketten, Schleusenketten, Tragförderketten und sonstige Spezialketten.